Pferdekrankheiten

 



 

Pferdekrankheiten 


EOTRH - Equine Odontoclasic Tooth - Resorption and Hypercementosis

18 jähriger Wallach nach EOTRH Diagnose


Bei dieser Erkrankung werden durch Entzündungsprozesse die Zahnwurzeln und Kieferknochen zersetzt. Oft reagiert der Körper hier mit Anlagerung von Knochenmaterial um die Zahnwurzeln, was zu übermäßigen Verdickung führt. Weniger häufig fangen die Schneidezähnen an zu wackeln. 

Da diese Krankheit recht plötzlich und ohne speziefische Symptome auftritt, wird sie oft erst erkannt, wenn die Zähne bereits schief sind und sich das Zahnfleisch deutlich zurück gebildet hat (s.o.). 

Einzige Heilungsmöglichkeit ist die Entfernung der betroffenen Zähne. Dies klingt wesentlich schlimmer als es ist!!! Nach überstandener OP und Abheilung der Wunden, sind die Pferde kaum eingeschränkt. Im Gegenteil berichten ausnahmslos alle Besitzer von einer deutlichen Verhaltensbesserung. 

Sollte ein Zahnarzt die Extraktion von Schneidezähnen empfehlen, kann ich nur dazu raten, dies so bald wie möglich vornehmen zu lassen. Die Ängste, die wir Menschen davor haben, sind völlig unbegründet.

Cushing - Hypercortisolismus

Ältere Stute mit deutlichen Cushing-Symptomen 


Bei dieser Erkrankung ist aus verschiedenen Ursachen die Cortisol (körpereigenes Kortison) Produktion der Nebennierenrinde (in Zusammenhang mit der Hirnanhangdrüse und des Hypotalamus) gestört. Zu viel Cortisol im Körper verursacht einen Abbau von Kollagen, Bindegewebe und Knochenmaterial, was im Übermaß zu einer Atrophie (Abbau) der Haut und abnehmender Knochendichte führt.

Symptome, die Reiter an ihren Pferden bemerken sind Hufrehe, Abgeschlagenheit, langes Fell auch im Sommer, Abbau der Muskulatur, Veränderungen an der Haut bis hin zur Trennung von Ober- und Unterhaut.

Jedes Säugetier kann von dieser Erkrankung betroffen sein, auch der Mensch. Wo es bei Menschen und kleineren Tieren, wie Hunden oder Katzen einfach ist die Krankheit zu heilen, indem man die Nebennierenrinde entfernt, ist eine Heilung beim Pferd nicht möglich. Einzig die Auswirkungen der Überproduktion von Cortisol kann durch Medikamente eingedämmt werden.

Borreliose

Hierbei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die ausschließlich von bestimmten Zeckenarten übertragen werden kann.

Oft bleibt eine Borrelien-Infektion bei Pferden Jahre lang unerkannt, da die Symptome bei sehr schnell mit z.b. Cushing (Hypercortisolismus) verwechselt wird.
"Die Lyme- Borreliose wird anhand der Symptome in drei Stadien eingeteilt. In jedem Stadium treten andere Borrelien-Symptome auf. Der große Unterschied zwischen den Stadien besteht darin, dass das Bakterium Borrelia burgdorferi nach und nach weitere Bereiche des Körpers befällt, und sich dadurch die Symptome verschlimmern und verändern. Je früher eine Borreliose erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen." (
Quelle: http://www.netdoktor.de/krankheiten/borreliose/symptome/)
Zuerst zeigt sich die bekannte Rötung im die Bissstelle der Zecke. Beim Pferd bleibt dies oft unbemerkt, das die Haus von Fell bedeckt oder Schwarz pigmentiert ist. Erste leichte Fieberschübe können auch schon vorkommen, aber auch diese bleiben bei Pferden in der Regel unerkannt, da Pferde erst bei stark erhöhter Temperatur Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Im zweiten Stadium der Infektion gelangen die Erreger über das Blut in alle Bereiche des Körpers und können überall Schäden anrichten und entsprechende Symptome verursachen. Diese sind so mannigfaltig, dass auch hier nur selten an Borreliose gedacht wird.
Im dritten Stadium nun zeigen sich häufige Gelenks-, Haut und Muskel Entzündungen, die wiederum nur selten dem Erreger zugeordnet werden können.

Eine Diagnose ist schwierig, da die Erreger nicht immer nachweisbar sind. Eine symptomatische Behandlung führt nur zur Linderung.
Früh genug erkannt, kann eine Antibiotika Behandlung helfen den Ausbruch der Erreger in Schach zu halten. Eine Heilung ist nicht möglich.

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